Donnerstag, 9. Juli 2009

Tüfelsschlucht bei Hägendorf


Der Eingang zur Tüfelsschlucht befindet sich inmitten des Dorfes Hägendorf.
Eine erlebnissreiche Tour für die 1.5- 2 Stunden reine Wanderzeit eingeplant werden sollten; viele, liebevoll gestaltete Rastplätze laden zudem zum Verweilen ein. Die Schlucht eignet sich auch als Ausgangspunkt zu weiterführenden Wanderungen.


Ein gut begehbarer Fussweg führt in vielen Windungen über Brücken und Stege.
Jede Wendung bringt neue Bilder, neue Eindrücke und Überraschungen.

Mit gemächlicher Steigung führt einer der reizvollsten Schluchtwege der Schweiz an steilen Wänden, weitausladenden Höhlen, Klüften und Grotten vorbei, über Brücken, Stege und Treppen.
In Jahrmillionen hat sich der Cholersbach tief in das Juragestein gefressen. Mal tost er über alte Talsperren, dann schiesst er in glattgeschliffen Strudellöcher, um wenig weiter wieder friedlich durchs Geröll zu plätschern.

Der Cholersbach führt sein Wasser über Wasserfälle, glattgeschliffene Felsplatten und unwegsame Felsen hinunter ins Dorf Hägendorf und mündet schliesslich an der Dorfgrenze zu Kappel in die Dünnern.

Nachtrag 2011: Dieser Tropfsteinüberhang ist im Winter 2010/2011 abgebrochen, nach einer Sperrung der Schlucht ist nun der Weg wieder neu angelegt.

Die folgende Sage zeigt auf, wie die Schlucht zum Teufel bzw. der Teufel zur Schlucht kam:

Die Tüfelsschlucht hiess nicht immer so, sondern erst seit sich ein Teufel mit einer armen Seele verlaufen hat. Er wollte die Seele in die Hölle bringen, aber im Cholersbachgraben war es so schön kühl, dass er samt der Seele in eine Pfütze sprang. Nachdem er die arme Seele in der Hölle ( im Wuestgebiet) ablieferte, holte er seine gleichgesinnten Artgenossen in die Schlucht. Dort trieben sie ihr Unwesen. Sie spielten mit dem Wasser, standen unter die Wasserfälle und hüpften unter die Pfützen und Weiher. Dabei fluchten sie, dass es das Harz aus den Tannen quetschte. Doch den Leuten im Dorf wurde es langsam unheimlich zu Mute. Denn Dampf stieg wie eine dunkle Wolke aus der Schlucht und blieb über dem Dorf hängen. Der Bach dampfte und fing an nach Schwefel zu stinken. Die Forellen schwammen mit ihren silbrigen Bäuchen nach oben. Die Leute jammerten und waren verzweifelt. Jetzt rissen die Teufel auch noch Bäume aus und schmissen Felsbrocken ins Bachbett, um das Wasser zu stauen. Diesem Treiben musste natürlich ein Ende gesetzt werden und so holten sich die Leute Hilfe vom Kapuzinerkloster in Olten. Ein Pater kam. Er stieg mutterseelenallein in die Schlucht, während die Leute beteten und Kerzen für ihn anzündeten. Nun stiegen gelbe Nebelschwaden auf und es polterte und tobte aus dem Graben. Erst nach sechs Stunden kam der Pater zurück. Müde und erschöpft vom harten Kampf mit dem Bösen. Seine braunen Haare waren kreideweiss geworden und an der linken Schläfe hatte er das Mal einer feurigen Klaue. Seither sind die Tüfel aus der Schlucht vertrieben und der Bach ist wieder klar, nur der Name ist geblieben: "Tüfelsschlucht".


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